Moderne Autos sind mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgestattet, die das Fahren angenehmer und sicherer machen sollen. Eines dieser Systeme ist der Tempomat (auch Geschwindigkeitsregelanlage genannt), der dem Fahrer hilft, eine konstante Geschwindigkeit zu halten, ohne selbst Gas geben zu müssen. Viele Autofahrer glauben, dass die Nutzung des Tempomats immer zu einem geringeren Spritverbrauch führt, da die Geschwindigkeit konstant bleibt und das Auto „intelligenter“ fährt. Doch dieser weitverbreitete Glaube ist nur teilweise richtig. Der Einsatz des Tempomats kann in bestimmten Situationen zwar tatsächlich Sprit sparen, doch es gibt auch viele Fälle, in denen er eher das Gegenteil bewirkt.

Wann der Tempomat wirklich Sprit spart

Der Gedanke, dass eine konstante Geschwindigkeit zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führt, ist grundsätzlich richtig. Der Tempomat sorgt dafür, dass das Fahrzeug gleichmäßig fährt, ohne dass der Fahrer ständig aufs Gas treten muss. Besonders auf flachen, langen Autobahnstrecken oder Landstraßen, auf denen keine häufigen Tempowechsel nötig sind, kann der Tempomat seine Stärke ausspielen. Hier kann er den Kraftstoffverbrauch tatsächlich senken, da unnötige Beschleunigungs- und Bremsmanöver vermieden werden, die den Spritverbrauch in die Höhe treiben.

Darüber hinaus hilft der Tempomat, eine „ruhige“ Fahrweise beizubehalten, was sich positiv auf den Spritverbrauch auswirkt. Autofahrer neigen oft dazu, ihre Geschwindigkeit unbewusst zu verändern, indem sie mal mehr, mal weniger Gas geben. Diese Schwankungen führen zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Der Tempomat hält dagegen das Tempo stabil, was unter den richtigen Bedingungen effizienter ist.

Warum der Tempomat in hügeligem Gelände ineffizient ist

Obwohl der Tempomat auf flachen Strecken von Vorteil sein kann, zeigt sich seine Schwäche besonders im hügeligen Gelände. Hier sorgt er oft für einen erhöhten Spritverbrauch, anstatt diesen zu senken. Der Grund dafür liegt in der Funktionsweise des Systems: Der Tempomat versucht, eine eingestellte Geschwindigkeit konstant zu halten, unabhängig von den Steigungen und Gefällen der Straße.

Wenn das Fahrzeug auf eine Steigung zufährt, gibt der Tempomat automatisch mehr Gas, um die eingestellte Geschwindigkeit beizubehalten. Dabei wird jedoch oft unnötig viel Energie aufgewendet, um den Anstieg so schnell wie möglich zu überwinden, was den Spritverbrauch erheblich erhöht. Im Gegensatz dazu würde ein erfahrener Fahrer in solchen Situationen bewusst das Tempo leicht drosseln, um den Berg effizienter zu erklimmen und erst nach der Steigung wieder zu beschleunigen.

Noch problematischer wird es bei Talfahrten. Hier wird der Tempomat in der Regel nicht aktiv, um das Auto abzubremsen, was dazu führt, dass das Fahrzeug bergab oft schneller wird als die eingestellte Geschwindigkeit. Um das Tempo zu verringern, ist dann ein manuelles Bremsen erforderlich, was wiederum zu einem zusätzlichen Energieaufwand führen kann. In solchen Fällen wäre es klüger, den Tempomaten auszuschalten und die Geschwindigkeit durch kontrolliertes Gasgeben und Bremsen zu regulieren.

Der Tempomat und der Stadtverkehr: Nicht immer sinnvoll

Ein weiterer Irrtum im Zusammenhang mit dem Tempomat ist die Annahme, dass er auch im Stadtverkehr Sprit sparen kann. In der Praxis ist dies jedoch kaum der Fall, da der Tempomat auf kurzen Strecken mit häufigen Stopps, Kurven und Tempowechseln wenig effizient ist. Der Fahrer muss ständig eingreifen, um den Tempomaten zu deaktivieren oder zu korrigieren, was den potenziellen Nutzen zunichtemacht. Zudem ist es in vielen Fällen schwierig, in der Stadt eine konstante Geschwindigkeit zu halten, da die Verkehrslage oft unvorhersehbar ist.

Im Stadtverkehr wird der Tempomat oft ungenutzt bleiben oder gar zu einem Sicherheitsrisiko, wenn der Fahrer zu stark auf das System vertraut. Da ständiges Beschleunigen und Bremsen im städtischen Bereich unvermeidlich sind, ist der manuelle Betrieb des Fahrzeugs oft die sparsamere und sicherere Wahl.

Kein Allheilmittel

Der Irrtum, dass der Tempomat immer Sprit spart, hält sich hartnäckig, doch die Realität sieht differenzierter aus. Unter idealen Bedingungen – insbesondere auf flachen Autobahnen oder wenig befahrenen Landstraßen – kann der Tempomat tatsächlich zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch beitragen, indem er eine konstante Geschwindigkeit hält und unnötige Tempowechsel vermeidet. Hier macht sich das System als nützliches Hilfsmittel bemerkbar, das den Fahrer entlastet und effizienter fahren lässt.

In hügeligem Gelände, bei Talfahrten oder im Stadtverkehr erweist sich der Tempomat jedoch oft als ineffizient, da er zu übermäßigem Gasgeben oder unnötigem Bremsen führt. Ein erfahrener Fahrer, der die Bedingungen und das Gelände berücksichtigt, kann in diesen Situationen oft sparsamer und vor allem vorausschauender fahren als der Tempomat.

Daher ist es wichtig, den Tempomat bewusst und gezielt einzusetzen und ihn nicht als Allheilmittel für spritsparendes Fahren zu betrachten. Wer das System richtig verwendet, kann in bestimmten Situationen von seinem Nutzen profitieren. Doch wer blind auf den Tempomat vertraut, könnte am Ende sogar mehr Sprit verbrauchen, als wenn er das Tempo manuell reguliert.

Teile diesen Irrtum