Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass Batterien im Kühlschrank länger halten. Viele glauben, dass die kühle Lagerung den Energieverlust von Batterien verlangsamt und ihre Lebensdauer dadurch verlängert wird. Die Grundidee dahinter erscheint logisch: Bei höheren Temperaturen kommt es tatsächlich zu einer stärkeren Selbstentladung, was bedeutet, dass ihre gespeicherte Energie schneller verloren geht. Doch was steckt wirklich hinter diesem Mythos? Und ist der Kühlschrank tatsächlich der ideale Ort, um sie aufzubewahren?

Der Selbstentladungsprozess: Warum Batterien Energie verlieren

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Batterien auch ohne Benutzung über Zeit Energie verlieren. Dieser Effekt, die sogenannte Selbstentladung, ist temperaturabhängig. Je höher die Umgebungstemperatur, desto schneller entladen sie sich von selbst. Das liegt daran, dass bei höheren Temperaturen die chemischen Reaktionen im Inneren beschleunigt werden. Deshalb ist es tatsächlich sinnvoll, Batterien an einem kühlen Ort zu lagern, um diese Reaktionen zu verlangsamen.

Aus dieser Erkenntnis leitet sich der Mythos ab, dass der Kühlschrank als besonders kühler Lagerort ideal für Batterien sei. In der Theorie scheint das sinnvoll: Kühlt man diese ab, laufen die chemischen Prozesse langsamer ab und sie behält ihre Ladung länger. Doch die Praxis zeigt, dass die Lagerung im Kühlschrank auch einige Nachteile mit sich bringt, die oft übersehen werden.

Kondenswasser: Eine unterschätzte Gefahr

Der größte Nachteil der Kühlschranklagerung ist das Kondenswasser, das sich beim Kühlen und Erwärmen von Gegenständen bildet. Batterien, die in einem Kühlschrank aufbewahrt werden, können beim Herausnehmen in Kontakt mit Feuchtigkeit kommen. Diese Feuchtigkeit kann auf der Oberfläche zu Korrosion führen, was das Metall angreift und ihre Funktion beeinträchtigt. Korrodierte Batterien entladen sich schneller und können im schlimmsten Fall undicht werden, was das Gerät, in dem sie verwendet werden, beschädigen kann.

Um das Problem des Kondenswassers zu umgehen, könnten sie theoretisch in dicht verschlossenen Behältern oder Boxen im Kühlschrank gelagert werden, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Doch auch dies bringt nicht den erhofften, signifikanten Vorteil. Die verlängerte Lebensdauer von Batterien, die im Kühlschrank aufbewahrt werden, ist im Vergleich zur Lagerung bei Zimmertemperatur minimal. Der Aufwand, sie sicher im Kühlschrank zu lagern, steht daher in keinem sinnvollen Verhältnis zu dem tatsächlich gewonnenen Nutzen.

Die beste Lagerung für Batterien: Zimmertemperatur

Tatsächlich wird empfohlen, Batterien bei Zimmertemperatur zu lagern, idealerweise an einem kühlen und trockenen Ort, aber eben nicht im Kühlschrank. Ein Schrank oder eine Schublade fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen ist optimal. Moderne Batterien, insbesondere Alkalibatterien, sind so konstruiert, dass sie bei normalen Temperaturen von etwa 20 Grad Celsius nur eine sehr geringe Selbstentladung aufweisen. Der Energieverlust ist bei Zimmertemperatur so gering, dass der Kühlschrank keinen echten Vorteil bietet.

Für wiederaufladbare Batterien gilt Ähnliches. Während sie ebenfalls von kühleren Lagerbedingungen profitieren können, sollten auch sie besser in einer trockenen Umgebung aufbewahrt werden, um das Risiko von Feuchtigkeitsschäden zu minimieren. Der geringe Vorteil, der durch die Kühlschranklagerung möglicherweise erzielt wird, wiegt die Risiken von Kondenswasser und Korrosion nicht auf.

Batterien gehören nicht in den Kühlschrank

Der Glaube, dass Batterien im Kühlschrank länger halten, beruht auf einem Missverständnis. Zwar entladen sie sich bei höheren Temperaturen schneller, doch die Kühlschranklagerung bringt mehr Nachteile als Vorteile mit sich. Vor allem das Risiko von Feuchtigkeitsschäden und Korrosion durch Kondenswasser ist ein erheblicher Nachteil. Zudem ist der Unterschied in der Lebensdauer im Vergleich zu denen, die bei Raumtemperatur gelagert werden, minimal.

Die beste Lösung ist, Batterien einfach an einem kühlen, trockenen Ort bei Zimmertemperatur zu lagern. Der Kühlschrank ist dafür nicht nötig, und der Mythos von der längeren Lebensdauer im Kühlschrank kann getrost ins Reich der Irrtümer verwiesen werden.

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