Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass der Begriff „Olympiade“ den Zeitraum bezeichnet, in dem die Olympischen Spiele stattfinden und Sportler gegeneinander antreten. In der Alltagssprache wird dies häufig synonym verwendet, doch tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Begriff mit einer anderen Bedeutung. In der offiziellen Sprache des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und im historischen Kontext beschreibt die „Olympiade“ nicht die Spiele selbst, sondern den vierjährigen Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen.

Olympiade: Ein historischer Begriff

Die Verwendung des Begriffs geht bis auf das antike Griechenland zurück. Die ersten Olympischen Spiele wurden im Jahr 776 v. Chr. in Olympia ausgetragen, und bereits damals nutzten die Griechen den Begriff „Olympiade“ zur Bezeichnung der vierjährigen Intervalle zwischen den Spielen. Diese Zeitspanne diente den Griechen als eine Art Kalenderperiode, die auch für historische Ereignisse verwendet wurde. Statt Jahreszahlen zu nennen, bezogen sich Chronisten auf das Jahr der jeweiligen Olympiade, um die Zeit zu bestimmen. Die Olympischen Spiele selbst fanden am Ende dieser vierjährigen Zeitperiode statt.

Diese historische Bedeutung des Begriffs hat sich bis in die moderne Zeit erhalten. Obwohl die Olympischen Spiele seit ihrer Wiederbelebung im Jahr 1896 unter dem heutigen IOC organisiert werden, behielt man den Ausdruck „Olympiade“ als Bezeichnung für den Zeitraum zwischen zwei Spielen bei. Wenn also beispielsweise von der „32. Olympiade“ die Rede ist, bedeutet dies nicht, dass es sich um die 32. Austragung der Spiele handelt, sondern um den 32. Zeitraum von vier Jahren seit den ersten modernen Spielen.

Olympische Spiele vs. Olympiade

Der Begriff „Olympische Spiele“ beschreibt die eigentlichen Sportwettkämpfe, bei denen Sportler aus der ganzen Welt in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten. Diese Spiele finden in der Regel alle vier Jahre statt und sind das wichtigste multisportliche Ereignis der Welt. Sie dauern meist mehrere Wochen und vereinen Sommer- oder Wintersportarten, je nach Saison. Während der Olympischen Spiele kämpfen die besten Athleten um Medaillen und streben danach, die höchsten sportlichen Ehren in ihrer jeweiligen Disziplin zu erreichen.

Demgegenüber ist die „Olympiade“ die vierjährige Zeitspanne zwischen zwei Austragungen der Spiele. Diese Periode ist geprägt von der Vorbereitung der Gastgeberstadt, der Qualifikation der Sportler und der Planung durch das IOC. Es wird auch Zeit benötigt, um die Infrastruktur für die Spiele aufzubauen, Sponsoren zu gewinnen und das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken. Die Olympiade ist somit die Phase, in der sich die Olympischen Spiele entwickeln und organisieren – sie ist jedoch nicht die Zeit, in der die eigentlichen Wettkämpfe stattfinden.

Warum der Begriff oft falsch verwendet wird

Die falsche Verwendung des Begriffs „Olympiade“ ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Olympischen Spiele selbst das bekannteste Element der olympischen Bewegung sind. In den Medien und der Alltagssprache wird häufig von der „Olympiade“ gesprochen, wenn eigentlich die Olympischen Spiele gemeint sind. Dieser Sprachgebrauch hat sich im Laufe der Zeit so sehr eingebürgert, dass viele Menschen den Unterschied nicht kennen oder ignorieren. Hinzu kommt, dass der Begriff „Olympiade“ oft als dramatischer und bedeutungsvoller empfunden wird, was dazu führt, dass er in Berichterstattungen und Gesprächen bevorzugt verwendet wird.

Jedoch ist es in der offiziellen Terminologie und im Rahmen der olympischen Bewegung wichtig, den Unterschied zwischen den beiden Begriffen zu kennen und korrekt zu verwenden. Wenn man von einer „Olympiade“ spricht, bezieht man sich auf den Zeitraum zwischen zwei Spielen und nicht auf die Spiele selbst. Die 33. Olympiade beispielsweise beschreibt den Zeitraum von 2021 bis 2024, wobei die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris den Abschluss dieser Olympiade bilden werden.

Präzision in der Sprache zählt

Der Begriff „Olympiade“ ist mehr als nur eine Bezeichnung für die Zeit der Wettkämpfe. Er markiert den vierjährigen Zyklus, der die Olympischen Spiele strukturiert und ihnen historische Tiefe verleiht. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen „Olympiade“ und „Olympischen Spielen“ zu verstehen, um Missverständnisse zu vermeiden und die reale Bedeutung dieser Begriffe zu respektieren.

Die Olympischen Spiele sind das weltweit bedeutendste Sportereignis, aber sie finden nur an einem bestimmten Punkt im vierjährigen Zyklus statt. Die Olympiade hingegen ist die Zeit, die dem Aufbau, der Planung und den Vorbereitungen für dieses globale Ereignis gewidmet ist. Der Irrglaube, dass die Olympiade die Zeit der Spiele selbst beschreibt, ist weit verbreitet, doch ein genauerer Blick zeigt, dass die wahre Bedeutung in der vierjährigen Periode zwischen den Spielen liegt.

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