Tore durch Torhüter sind im Fußball äußerst selten. Eine Ausnahme stellt da sicherlich Hans-Jörg Butt dar, der als Spezialist für Elfmeterschüsse bekannt wurde und regelmäßig für seine Mannschaft traf. Butt hat in seiner Karriere bemerkenswerte 26 Tore erzielt, was ihn zu einem der erfolgreichsten Torschützen unter den Torhütern macht. Doch während Elfmetertore durch Torhüter noch relativ häufig vorkommen, sind Tore, die durch einen Abstoß erzielt werden, eine absolute Rarität.
Damit ein Torhüter ein Tor per Abstoß erzielt, muss der gegnerische Torhüter praktisch weit vor seinem Tor stehen oder durch eine andere Ablenkung unaufmerksam sein. Solche Gelegenheiten sind äußerst selten, aber es gibt immer wieder kuriose Geschichten aus der Welt des Fußballs, die uns daran erinnern, dass nichts unmöglich ist.
Ein Beispiel für eine ungewöhnliche Situation ist die Anekdote um Jens Lehmann, der während eines Spiels in der Bundesliga plötzlich dringend das Spielfeld verlassen musste, um auf die Toilette zu gehen. Zum Glück für seine Mannschaft und die Torhüterstatistik passierte in dieser Zeit nichts Außergewöhnliches. Solche Geschichten sorgen für Lacher und zeigen, dass Torhüter abseits ihrer Rolle im Tor gelegentlich auch für kuriose Momente sorgen.
Eigentore durch Abstoß?
Aber wie sieht es mit Eigentoren durch einen Abstoß aus? Hier können Fußballfans aufatmen: Ein Eigentor durch einen direkten Abstoß ist laut den Fußballregeln nicht möglich. Sollte der Ball nach einem Abstoß tatsächlich ins eigene Tor rollen, wird das Spiel nicht mit einem Eigentor fortgesetzt. Stattdessen wird der Abstoß wiederholt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Fall eintritt, ist jedoch äußerst gering und wäre vermutlich nur durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle möglich. Die Regel ist also mehr eine Vorsichtsmaßnahme als eine Notwendigkeit – doch umsonst gibt es sie sicherlich nicht.
Wenn der Wind zum Gegner wird
Ein weit verbreitetes Missverständnis im Fußball betrifft die Rolle des Windes bei Abstößen. Es kommt tatsächlich selten, aber immer wieder vor, dass ein starkes Windaufkommen den Ball in der Luft beeinflusst und diesen unerwartet zurück in Richtung des Torwarts treibt. In solchen Fällen kann es passieren, dass ein Torhüter den Ball per Abstoß losgeschlagen hat, nur um dann festzustellen, dass der Wind den Ball zurückweht und dieser – theoretisch – ins eigene Tor fliegt.
Solche Szenarien sind glücklicherweise sehr selten, aber nicht unmöglich. Wenn der Ball nach einem Abstoß durch den Wind zurück ins Tor des Torhüters fliegt, wird der Abstoß einfach wiederholt. Diese Regelung verhindert, dass Torhüter aufgrund von Umständen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen, unverdient bestraft werden.
Ein Abstoß ist nicht zu verwechseln mit einem Abschlag
Wichtig ist, hier zwischen einem Abstoß und einem Abschlag zu unterscheiden. Beim Abstoß wird der Ball vom Boden gespielt, während ein Abschlag ein direkter Torschuss aus der Hand des Torhüters ist, oft nach einer Parade oder einem Fang. Wenn ein Torhüter einen Abschlag macht und der Ball ins eigene Tor fliegt, dann zählt dies als reguläres Eigentor. Hier greift die Regel nicht, da der Ball bereits im Spiel war und nicht vom Boden gestoßen wurde.
Kuriose Tore bleiben eine Rarität
Am Ende bleiben Tore durch Torhüter – ob für das eigene Team oder als Eigentor – eine Seltenheit und kuriose Highlights im Fußball. Diese Szenen sorgen nicht nur für Unterhaltung, sondern erinnern uns auch daran, dass im Fußball, wie im Leben, alles möglich ist. Ob durch unvorhersehbare Windböen, Ablenkungen oder schlichtweg durch die kuriose Natur des Sports – die Möglichkeit für außergewöhnliche Momente bleibt immer bestehen.




