Viele Menschen verbinden Schweiß automatisch mit unangenehmem Geruch und nehmen an, dass dieser selbst der Ursprung dieser Geruchsbildung ist. Tatsächlich jedoch hat frischer Schweiß keinen Eigengeruch und ist zunächst neutral. Die Vorstellung, dass Schweiß schlecht riecht, ist also ein Missverständnis. Erst durch die Einwirkung von Bakterien, die auf der Haut leben und mit den ausgeschiedenen Substanzen in Berührung kommen, entsteht der markante Geruch, den wir als unangenehm empfinden. Schweiß an sich ist hingegen praktisch geruchlos und besteht hauptsächlich aus Wasser mit einer kleinen Menge Salze und Elektrolyte.

Die meisten Menschen erleben dies, ohne es zu merken, in der Sauna: Hier produziert der Körper große Mengen an Schweiß in kurzer Zeit, ohne dass ein unangenehmer Geruch entsteht. Da die Bakterien auf der Haut kaum Zeit haben, sich an die neue Flüssigkeit anzupassen und diese zu zersetzen, bleibt die Luft in der Sauna trotz der hohen Temperatur geruchsfrei. Dieser Prozess lässt sich im Detail erklären und führt zu einem besseren Verständnis, warum Schweiß selbst nicht stinkt und wie der eigentliche Geruch entsteht.

Wie er entsteht und warum er geruchsfrei ist

Schweiß wird in den Schweißdrüsen der Haut produziert, die in zwei Haupttypen unterteilt werden: die ekkrinen und die apokrinen Drüsen. Die ekkrinen Schweißdrüsen befinden sich überall auf der Haut und produzieren einen klaren, geruchlosen Schweiß, der hauptsächlich aus Wasser und wenigen gelösten Mineralien besteht. Diese Drüsen sind vor allem für die Temperaturregulierung verantwortlich: Durch das Verdunsten von Schweiß kühlt der Körper ab. Dieser Prozess ist also eine wichtige Schutzmaßnahme des Körpers, um Überhitzung zu vermeiden.

Die apokrinen Schweißdrüsen hingegen sind hauptsächlich in Bereichen wie den Achselhöhlen, der Leistengegend und an den Brustwarzen zu finden. Sie geben neben Wasser und Salzen auch eine kleine Menge anderer Substanzen wie Proteine und Lipide ab. Diese Drüsen werden vor allem bei emotionalem Stress oder körperlicher Anstrengung aktiviert. Da die Absonderungen der apokrinen Drüsen etwas komplexer sind, bieten sie eine perfekte Nahrungsquelle für Bakterien, die auf der Haut leben.

Sobald die Bakterien in Kontakt mit dem Schweiß, insbesondere dem aus den apokrinen Drüsen, kommen, beginnen sie, diesen in ihre Bestandteile zu zersetzen. Bei diesem Vorgang entstehen flüchtige organische Verbindungen wie Buttersäure und Schwefelverbindungen, die den charakteristischen Geruch ausmachen, den wir oft als unangenehm empfinden. Es ist also nicht der Schweiß selbst, sondern das Zusammenspiel zwischen Schweiß und Bakterien, das den bekannten Schweißgeruch hervorruft.

Warum frischer Schweiß keinen Geruch hat

Dieser Unterschied lässt sich besonders gut in der Sauna beobachten, wo Menschen trotz starker Schweißbildung keinen unangenehmen Körpergeruch entwickeln. Der Grund liegt darin, dass die Bakterien bei einer frisch gebildeten Schweißschicht noch nicht genügend Zeit haben, um den Schweiß zu zersetzen und den typischen Geruch zu erzeugen. Auch bei frisch geduscht aufgetragener Kleidung und sauberer Haut ist zunächst kein Körpergeruch wahrnehmbar. Es ist erst nach einiger Zeit, wenn die Bakterien ihre Arbeit begonnen haben, dass der unangenehme Geruch entsteht.

Der Hautkontakt mit Luft und die warme Umgebung auf der Hautoberfläche beschleunigen diesen Prozess. Daher kann auch Kleidung, die viel Schweiß aufnimmt, wie Sportbekleidung, nach intensiver körperlicher Anstrengung schneller unangenehm riechen. Dieser Geruch lässt sich jedoch leicht vermeiden oder zumindest stark reduzieren, indem Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Duschen und das Wechseln von Kleidung eingehalten werden. Deodorants und Antitranspirants können ebenfalls helfen, indem sie entweder den Schweißfluss reduzieren oder antibakterielle Stoffe enthalten, die das Wachstum der geruchsverursachenden Bakterien hemmen.

Schweiß als geruchloses Körpersekret

Zusammengefasst ist Schweiß in seiner ursprünglichen Form neutral und geruchlos. Der unangenehme Geruch, den wir mit Schweiß verbinden, entsteht erst durch das Zusammenspiel von Hautbakterien und den Bestandteilen des Schweißes, insbesondere derjenigen aus den apokrinen Drüsen. Hygienemaßnahmen und geeignete Kleidung können dazu beitragen, diesen Geruch zu minimieren und eine unangenehme Geruchsentwicklung zu verhindern.

Die Vorstellung, dass Schweiß per se schlecht riecht, ist daher ein weit verbreiteter Irrtum. Indem wir uns mit den tatsächlichen Ursachen für Körpergeruch befassen, verstehen wir besser, wie wir gezielt Maßnahmen ergreifen können, um uns auch bei heißen Temperaturen oder sportlicher Aktivität frisch zu fühlen und den unerwünschten Nebeneffekten des Schweißens entgegenzuwirken.

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