Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, dass es im Sommer zur Mittagszeit am wärmsten sei. Tatsächlich erreicht die Sonne um die Mittagszeit ihren höchsten Stand am Himmel, und die Sonneneinstrahlung ist in dieser Zeit am intensivsten. Doch obwohl dies die Phase ist, in der die Sonnenstrahlen am gefährlichsten sind, bedeutet es nicht automatisch, dass auch die Höchsttemperatur des Tages zu dieser Zeit gemessen wird. In Wirklichkeit sind die heißesten Stunden des Tages oft erst später am Nachmittag zu spüren. Warum das so ist, erklären wir im folgenden Text.
Sonneneinstrahlung und der höchste Punkt am Himmel
Zwischen 12 und 14 Uhr erreicht die Sonne ihren Zenit. Zu dieser Zeit steht sie am höchsten am Himmel, und die Sonneneinstrahlung trifft nahezu senkrecht auf die Erdoberfläche. Dies hat zur Folge, dass die UV-Strahlung am stärksten ist und die Gefahr von Sonnenbrand in dieser Zeit besonders hoch ist. Trotz dieser intensiven Einstrahlung ist es allerdings meist nicht der Moment, in dem die Lufttemperatur ihren Höchstpunkt erreicht. Die Erwärmung der Luft und der Erdoberfläche benötigt mehr Zeit, weshalb die Temperaturen in den Stunden nach Mittag weiter steigen.
Der Grund dafür ist das sogenannte Temperaturverzögerungsphänomen. Die Sonnenenergie, die um die Mittagszeit auf die Erde trifft, wird zunächst in der Erdoberfläche gespeichert. Die Erwärmung der Luft erfolgt verzögert, da die Erde selbst nach dem Zenit weiterhin Sonnenstrahlen absorbiert und die aufgenommene Wärme dann an die umgebende Luft abgibt. Dies erklärt, warum es erst später am Nachmittag, in der Regel zwischen 16 und 18 Uhr, am wärmsten wird. In dieser Zeit hat die Erdoberfläche genug Wärmeenergie gespeichert und gibt diese kontinuierlich an die Atmosphäre ab, was zu den höchsten Temperaturen des Tages führt.
Wann ist es im Sommer am heißesten? Ein Blick auf den Nachmittag
Im Sommer sind die heißesten Stunden des Tages in der Regel zwischen 16 und 18 Uhr, da die Wärme der Sonne über den Tag hinweg in der Erde und anderen Oberflächenmaterialien gespeichert wird. Diese gespeicherte Wärme wird dann nach und nach an die umliegende Luft abgegeben, was den Temperaturanstieg bis in den späten Nachmittag hinein weiter vorantreibt. Obwohl die Sonne am Nachmittag nicht mehr so hoch steht wie zur Mittagszeit, ist die Menge an abgegebener Wärmeenergie aus der Erdoberfläche hoch genug, um die Temperatur weiter steigen zu lassen.
Dieser Effekt erklärt auch, warum es an besonders heißen Sommertagen oft nach 12 Uhr spürbar wärmer wird, obwohl die Sonne langsam beginnt, sich zu senken. Die Temperatur verzögert sich aufgrund des Wärmespeichers der Erdoberfläche, die über Stunden hinweg Energie aufnimmt und abgibt. Daher ist es in den späten Nachmittagsstunden häufig unerträglich heiß, obwohl die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits niedriger am Himmel steht.
Wann wird es kühler? Der Temperaturabfall nach Sonnenuntergang
Ebenso irrtümlich ist die Vorstellung, dass die Tiefsttemperaturen des Tages um Mitternacht oder kurz davor auftreten. Tatsächlich sinkt die Temperatur nach Sonnenuntergang kontinuierlich, erreicht aber erst in den frühen Morgenstunden, kurz nach Sonnenaufgang, ihren tiefsten Punkt. Auch hier spielt die Erwärmung und Abkühlung der Erdoberfläche eine entscheidende Rolle. Nach Sonnenuntergang gibt die Erdoberfläche weiterhin Wärme an die Umgebung ab, bis sie schließlich ihre gespeicherte Energie aufgebraucht hat.
Dieser Prozess dauert die gesamte Nacht an, weshalb die kühlste Zeit des Tages normalerweise zwischen 4 und 6 Uhr morgens liegt – also kurz vor oder nach dem Sonnenaufgang. An dieser Stelle hat die Erde den Großteil ihrer gespeicherten Wärmeenergie abgegeben, und erst mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt die Temperatur allmählich wieder zu steigen.
Die heißesten Stunden im Sommer kommen erst später
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Höchsttemperaturen im Sommer selten zur Mittagszeit auftreten. Obwohl die Sonneneinstrahlung zu dieser Zeit am stärksten ist, tritt die tatsächliche Hitzespitze des Tages oft erst zwischen 16 und 18 Uhr ein. Die gespeicherte Wärme in der Erdoberfläche spielt eine zentrale Rolle in diesem Prozess, da die Erde die über den Tag aufgenommene Energie verzögert an die Luft abgibt.
Ähnlich verhält es sich mit der Tiefsttemperatur, die in den frühen Morgenstunden erreicht wird, wenn die gespeicherte Wärme vollständig abgegeben ist. Das Wissen über diese Verzögerung ist nicht nur nützlich, um Hitzewellen besser zu verstehen, sondern auch, um die besten Strategien zu entwickeln, um sich vor Hitze zu schützen – sei es durch eine passende Tagesplanung oder das Lüften der Räume zu den richtigen Zeiten.




